Die runde Form und die Glasfassade des im vergangenen Oktober fertiggestellten Gebäudes stellten nicht nur hinsichtlich der statischen und architektonischen Planung, sondern auch bei der DELTABEAM®-Fertigung besondere Anforderungen.
Arbeiten mit millimetergenauer Präzision
Laut Vertriebsleiter Tero Ollikainen, der bei Peikko für das Projekt verantwortlich war, ist das Tamglass-Gebäude ein gutes Beispiel dafür, dass für Peikko kein Problem zu schwierig ist, um es zu lösen. „Bei diesem Projekt wurde jedes einzelne Bauteil im Vorfeld modelliert und in eine industrielle Form gebracht. Alles basiert auf soliden Basisdaten, die wir vom Statiker erhalten haben“, sagt Herr Ollikainen und lobt die Zusammenarbeit mit dem Statiker Pasi Hamppula von SuunnitteluKortes, einem Statikbüro mit Sitz in Tampere, Finnland. Die Konstruktion der Eingangshalle basiert auf Stahlstützen, DELTABEAM® Verbundträgern und Hohlkernplatten. Auch das Zwischengeschoss besteht aus einer Hohlkernplatte. Die neue Grundfläche des Gebäudes betrug etwa 800 m².
Zweiteilige Träger
Die 40 für die Baustelle benötigten DELTABEAM® Verbundträger wären für die eigene Produktion von Peikko zu breit gewesen, weshalb nach einer Reihe von Tests beschlossen wurde, die Träger aus zwei Bauteilen herzustellen. Die Träger wurden durch Schweißen verbunden und anschließend mit einem Spezialanstrich versehen, der vom Glaslieferanten getestet worden war. Der Anstrich spielte eine wichtige Rolle in dem Projekt, da die Kombination aus Anstrich und Klebstoff die Glasscheiben an der Oberfläche der DELTABEAM®s fixiert. „Die Kontrollmessungen der Glasscheiben wurden vor Ort durchgeführt, nachdem die DELTABEAM®s montiert worden waren. Die Abmessungen der Träger mussten millimetergenau mit der Berechnung übereinstimmen, da sonst die direkt an den DELTABEAM®s befestigten Glasscheiben keinen Halt gefunden hätten“, erklärt Tero Ollikainen.
Von abgerundet zu rund
Laut dem Architekten Yrjö Majamaa, der das Gebäude entworfen hat, war die zylinderartige runde Form in den ersten Entwürfen für das Gelände noch nicht vorhanden. „Anfangs war die Idee, durch den Abriss eines Teils des alten Gebäudes einen neuen Eingang zu schaffen. In der ersten Phase planten wir, eine abgerundete Ecke am Gebäude anzubauen. Die abgerundete Form begann sich zu wandeln, als mehr Platz benötigt wurde. Das Gebäude wurde auf drei Stockwerke erweitert, woraufhin sich allmählich die Idee der zylinderförmigen Gestalt herauskristallisierte“, beschreibt Herr Majamaa die frühen Phasen der Entwurfsarbeit. Laut Herrn Majamaa wünschte sich der Auftraggeber eine Hightech-Lösung, die zu seinem Image passt. Die runde Fassade aus Glas ist genau das: eine nahtlose, formlose Fassade aus beheizten Glasscheiben, die in Finnland einzigartig ist. Die Fensterscheiben sind zudem die Hauptwärmequelle der gesamten Eingangshalle. „Das Endergebnis scheint genau wie geplant zur Visitenkarte des Unternehmens zu werden“, sagt Herr Majamaa zufrieden.
Langlebig und unsichtbar
Laut Yrjö Majamaa eignen sich DELTABEAM® Verbundträger hervorragend für dieses Bauvorhaben, da sich mit ihnen ein langlebiges, „unsichtbares“ und leichtes Tragwerk errichten lässt. „Das Endergebnis wäre robuster gewesen, wenn Betonträger verwendet worden wären“, sagt Herr Majamaa. Seinen Angaben zufolge war das Statikbüro vollständig für die Planung der Tragwerkskonstruktionen verantwortlich. Die größten Herausforderungen seiner Arbeit bestanden darin, die Funktionalität des Standorts zu gewährleisten und den neuen Eingang an das bestehende Gebäude anzupassen. Letztendlich macht die neue Eingangshalle mit Büro- und Besprechungsräumen nur ein Zehntel der Gesamtfläche des Gebäudes aus. „Wir konnten die runde Form nutzen, ohne Platz zu verschwenden. Die zu Beginn der Planungsphase erstellte Kostenschätzung hat sich während des gesamten Prozesses bewährt“, sagt Herr Majamaa zufrieden.
Enge Zusammenarbeit
Das Ingenieurbüro H. Koivikko und dessen Tochterunternehmen SuunnitteluKortes waren für die Tragwerksplanung des neuen Eingangsbereichs von Tamglass verantwortlich. Pasi Hamppula, der für die Tragwerksplanung der Stahlkonstruktionen zuständig war, sagt, er habe im Frühjahr und Sommer bei der Suche nach einer Lösung für die runde Form ein paar Liter Schweiß mehr vergossen. „Die runde Form stellte die Tragwerksplanung vor neue Herausforderungen, da vorgefertigte Glaselemente vor Ort nicht angepasst werden können. Die Planung eines gewöhnlichen, rechteckigen Bauwerks hätte sicherlich nur halb so lange gedauert“, sagt Herr Hamppula lächelnd. In den arbeitsintensivsten Phasen standen Herr Hamppula und die Ingenieure von Peikko mehrmals täglich miteinander in Kontakt. Seinen Angaben zufolge verliefen sowohl die Projektabwicklung als auch die Zusammenarbeit mit Peikko reibungslos. „Zunächst haben wir diskutiert, ob Peikko Träger mit Sonderabmessungen liefern kann, aber Herr Tero Ollikainen versicherte uns, dass dies möglich sei. Letztendlich ist der zusätzlich an den Träger geschweißte Flansch fast unsichtbar“, sagt Herr Hamppula.
Auf dem Weg zur Fertigstellung
Laut Herrn Hamppula hat das Peikko-Team unter anderem auch die Randblechauflage für Träger und die erforderliche Bewehrung berechnet. Abgesehen von einigen Montagezeichnungen hat Herr Hamppula seinen Teil des Projekts, das zum Jahreswechsel begann, abgeschlossen. „Abschließend lässt sich sagen: Architekten kommen einem schon alle möglichen lustigen Ideen in den Sinn“, sagt er grinsend.

